Den kompletten Beitrag aus dem Weltnest gibt es hier.

Am Wilhelm-Leuschner-Platz wird die nächsten Jahre kein Freiheits- und Einheitsdenkmal entstehen. In der letzten Woche kamen sehr unterschiedliche Vorschläge zur Zwischennutzung auf. Von Parkplatz bis Park war alles dabei. Welches Konzept halten Sie für das sinnvollste?

Ah, die anderen Parteien haben ihr Herz für den Leuschnerplatz entdeckt. War bisher außer Markthalle, S-Bahn-Ausgang und lebensnotwendigem Einheitsdenkmal nicht viel zu vernehmen, überbietet man sich jetzt mit mal mehr, mal weniger kreativen Vorschlägen.
Als wir Piraten im Frühjahr ganzheitliche Nutzungskonzepte für den ehemaligen Königsplatz und das weggebombte Markthallenviertel forderten und zur Einsendung von Ideen aufriefen, hielt man sich da noch vornehm zurück.

Es geht ja um was! Und zwar nicht weniger als um die letzte verbliebene Brachfläche der City. Und will man da nicht schon wieder mit ähnlich gruseliger Schönheit wie Uni-Campus, Geisteswissenschaftlichem Zentrum oder dem drölfzigsten Hotel erschlagen werden, sollten wir mal die Ideen fließen lassen. Da wirken mir selbst für eine bloße Zwischennutzung die beiden Vorschläge aus FDP und von den Grünen noch enttäuschend brav – insbesondere, weil sie ihrer Stichrichtung nach typisch und erwartbar waren. Mei, wir könnten doch auch mal Überraschendes tun!

Aber wie immer wird drauflos geschossen, ohne überhaupt mal Sinn und Ziel zu kennen. Zuerst sollte man doch mal – ganz klassisch – das Ziel definieren: was wollen wir denn überhaupt mit dem Leuschnerplatz langfristig anfangen? Es ist ein großer Unterschied, ob er bebaut oder begrünt werden soll. Ob er offen für alle Bürger der Stadt bleiben oder Geld abwerfen soll (beides schließt sich leider überwiegend aus). Ob er historisch korrekt oder funktional werden soll. Soll das Bowlingcenter bleiben oder sprengen wir das weg?

Erst danach kann man überlegen, welche Zwischennutzung zu diesem langfristigen Plan passt. Wollen wir dort bebauen, wäre aktuell die weitere Nutzung als Parkplatz egal. Sie würde wenig kosten, man müßte nicht viel ändern und beim Bebauen wird eh alles weggerupft. Eine Zwischennutzung als Park bietet sich dann an, wenn man auch künftig eher in Richtung offene Grünfläche gehen will. So lohnt sich die zu investierende Mühe, man kann gleich Nägel mit Köpfen machen und es würde nicht der furchtbare, auch ideelle Schaden entstehen, wenn nach Ende der Zwischennutzung plötzlich alles dem Erdboden gleich gemacht würde (wie es vielen Zwischennutzungs-Stadtgärten passiert).
Will heißen: Zwischennutzung und Anschlußverwendung sollten schon harmonieren.

Jetzt aber doch die neugierige Frage an alle Weltnest-Leser, -Macher und -Autoren sowie meine geschätzten Mitschreiber: was soll’s denn werden mit dem Platz? Schreibt mir einfach unter leuschnerplatz@piraten-leipzig.de
Zusammen kriegen wir das hin.

[WELTNEST] Was wird nun aus dem Wilhelm-Leuschner-Platz am Ring?

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