Im März wurden die Stadträte per Rundschreiben über den Umbau des Ratshausvorplatzes und die vorgesehen Veränderungen informiert.

Hierzu habe ich am 26.08.2015 eine „kleine Anfrage“ an das Dezernat Stadtentwicklung und Bau geschickt. Ich wurde heute mit folgenden Auskünften beglückt:

1. In welchem Zeitraum ist in etwa mit Beginn und Abschluß der Arbeiten zu rechnen?

Nach derzeitigem Stand ist der Baubeginn für die Straßenbauarbeiten im Juni 2016 vorgesehen. Nach einer dreimonatigen Bauzeit sollen die Arbeiten im September 2016 abgeschlossen werden.
Im Vorfeld des Straßenbaus werden die Kommunalen Wasserwerke GmbH umfangreiche Leitungsarbeiten durchführen.

2. Wird in dieser Zeit das Rathaus über das Hauptportal zu begehen sein?

Während des Baus des nördlichen Gehweges ist damit zu rechnen, dass der Zugang über das Hauptportal nicht möglich sein wird. Aussagen zur genauen Dauer der Sperrung sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht verlässlich. Vielmehr soll der fortwährende Zugang zum Rathaus über den behindertengerechten Zugang links neben dem Hauptportal sichergestellt werden.

3. Was geschieht bei der Umgestaltung mit den Eingängen zum Leipziger Untergrund, die ja aktuell gesperrt sind? Ich beziehe mich da auf die derzeit fast überwucherten Zugänge, von denen einige behaupten, es war früher mal eine öffentliche Toilette, wieder andere sagen, dies war einer der Eingänge zum alten Tunnelsystem unter Leipzig.

Bei den „Eingängen zum Leipziger Untergrund“ handelt es sich um die Eingänge zu einer unterirdischen, historischen Toilettenanlage. Das Grundstück der Toilettenanlage befindet sich derzeit im Privatbesitz und konnte daher nur konzeptionell überplant werden. Eine Umsetzung des Konzeptes ist wegen der bestehenden Eigentumsverhältnisse nicht möglich.

4. Inwiefern wird sich bei der Umplanung an der historischen Ringgestaltung orientiert?

Vorauszuschicken ist, dass der Bereich vor dem Neuen Rathaus Bestandteil des denkmalgeschützten Promenadengrüns ist und damit per se denkmalpflegerische Belange in der Aufgabenstellung für die Neugestaltung eine wesentliche Rolle spielten. Die Weiterentwicklung und Ausarbeitung der Planung erfolgte entsprechend auch in Abstimmung mit der Gartendenkmalpflege, dem Amt für Bauordnung und Denkmalpflege und der Oberen Denkmalbehörde. Die wesentlichen historischen Gestaltungselemente wie Fahnenmaste, Bäume, Rasenflächen, Vorfahrt, Schmuckbeete und Gehweg entlang der Fassade bleiben erhalten. Die ursprüngliche historische Situation einer mehrreihigen Promenadenallee kann allerdings wegen der Ringstraße nicht wieder hergestellt werden. Entsprechend ist ein Lückenschluss des Gehwegs entlang der Ringstraße auch erst möglich, wenn die vorhandenen Bäume von alleine abgestorben sind und die neue Baumachse in ausreichendem Abstand von der Ringstraße angelegt werden kann.

5. Werden die metallenen niedrigen Begrenzungsläufe wiederhergestellt?

Die sogenannten „Barrieren“ werden im Promenadengrün generell nur noch verwendet, wo sie aus funktionalen und denkmalpflegerischen Gründen unabdingbar sind. Hintergrund für die sparsame Verwendung ist der enorme Vandalismus und die missbräuchliche Nutzung zum Abstellen der Fahrräder, die sehr hohe Unterhaltskosten nach sich ziehen. Da aus denkmalpflegerischer Sicht keine dringende Notwendigkeit besteht und die historischen Einfassungen der Rasenflächen auch nicht mehr vorhanden sind, sind „Barrieren“ für die Rasenflächen bei der Umgestaltung nicht vorgesehen. Es wurde aber darauf geachtet, Wegefluchten und Ausstattungselemente so zu positionieren, dass mit der Umgestaltung keine Trampelpfade entstehen dürften.

6. Wird bei der Neupflanzung von Bäumen darauf geachtet, dass dies großkronige Exemplare mit gutem Schattenwurf sind?

Die Umsetzung des Gestaltungskonzeptes berücksichtigt den Erhalt des vorhandenen Baumbestandes, so dass keine Neupflanzungen erforderlich sind. Erst nach Abgang der Platanen würde es zu einer Ersatzpflanzung der Platanen kommen, die im Laufe der Zeit die typisch ausladenden Baumkronen entwickeln.

7. Ich entnehme den Plänen, daß die alten Fahnenmasten auch weiterhin als Sitzmöglichkeit erhalten bleiben sollten. Wird es eine Aufwertung jener, zum Beispiel durch Anbringen von bankähnlichen Auflagen/Holzverlattungen o.ä. geben? Sind weitere Sitzmöglichkeiten geplant?

Das Thema Sitzen im Bereich Rathausvorplatz wurde im Rahmen der Entwurfsplanung konkretisiert und in diesem Zuge Sitzbänke an verschiedenen Stellen, auch im Bereich des Vorplatzes am Haupteingang, eingeordnet. Die historischen Fahnenmastsockel werden nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten saniert und stehen auch nach der Sanierung als informelle Sitzgelegenheiten, zusätzlich zu den Bänken, zur Verfügung.

[ANFRAGE] Umbau des Rathausvorplatzes
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