Anfragen Kommunalpolitik

Vergrößerung der Grundflächen für Parkplätze

Sachverhalt:
Laut einer aktuellen Forderung des ADAC müssen Parkplätze in Innenstädten breiter und länger werden, damit auch mit modernen Autos das reibungslose Einparken gelingt.

Der Beantwortung der Fragen wird Folgendes vorangestellt:
Eine aktuelle Forderung des ADAC, nach der Parkplätze in Innenstädten breiter und länger werden müssten, ist der Verwaltung nicht bekannt. In der ADAC-Broschüre „Benutzerfreundliche Parkhäuser“ von 2013 ist jedoch der Hinweis zur Verbreiterung von Stellplätzen von 2,30 m auf 2,50 m zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit enthalten.
Grundsätzlich ist der Verwaltung jedoch die Problematik der immer breiteren Fahrzeuge bewusst, da dies die Problematik der Befahrbarkeit schmaler Straßen zunehmend verschärft, wo geparkte breitere Fahrzeuge ein Vorbeifahren nicht mehr ermöglichen. Auch die Führung des Kfz-Verkehrs in beengten Verhältnissen von Baustellen wird durch die breiteren Fahrzeuge erschwert.

Ich frage daher an:
1. Welchen Abmaßen entsprechen die kommunal angebotenen Stellplätze Leipzigs?

Kommunal sind die Stellplätze im öffentlichen Straßenraum und auf öffentlich zugänglichen Parkflächen wie z. B. P+R-Anlagen.
Ihre Bemessung erfolgt auf Grundlage der technischen Regelwerke „Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen“ (RASt 06) und „Empfehlungen für Anlagen des ruhenden Verkehrs“ (EAR). Ohne ins Detail zugehen, liegt die Stellplatzbreite je nach Aufstellart und -winkel sowie Einparkmodus zwischen 2 und 2,50 m (3,50 m für Behindertenstellplätze) und die Länge zwischen 4,85 m und 6,70 m. Diese Breiten wurden bereits mit der Einführung der RASt 06 gegenüber früher angepasst, um den breiter gewordenen Pkw Rechnung zu tragen.

2. Welchen Kosten würden geschätzt auf die Stadt Leipzig zur Herstellung breiterer und längerer Parkplätze zukommen, wenn diese für alle kommunal angebotenen Plätze umgesetzt werden würde?

Die Herstellung längerer und/oder breiterer Parkstellflächen ist nicht zuerst eine Kostenfrage. Vielmehr stellt sich die Frage nach dem verfügbaren Platz. Auf separaten Parkplätzen, wie P+R-Plätzen, sind die Stellplätze in der Regel als Senkrechtstellplätze nicht einzeln markiert. Damit ergibt sich die Kapazität schlicht aus den geparkten Fahrzeugen.
Bei Parallelstellplätzen am Fahrbahnrand als baulich gefassten oder markierten Stellplätzen, wäre eine Verbreiterung über das im Vorschriftenwerk verankerte Maß von 2,0 m für Pkw und 2,5 m für Andienungsflächen, in der Regel nur zu Lasten der anderen Querschnittsbestandteile möglich. Damit wären Einbußen bei der Verkehrssicherheit und bei der Qualität des öffentlichen Raums die Folge.
Die Kostenänderung bei der Einordnung anderer Stellplatzmaße im Rahmen von planmäßigem Straßenausbau lassen sich nicht seriös ermitteln, da dies jeweils vom konkreten Vorhaben und den (Flächen)ersparnissen bei anderen Anlagenbestandteilen abhängt.
Für bestehende Stellplätze müssten die Kosten für jeden Einzelfall planerisch ermittelt werden, es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass im Straßenquerschnitt in der Regel kein ausreichender Platz zur Verbreiterung vorhanden ist.

3. Wieviele Parkplätze würden aufgrund der veränderten Größen schätzungsweise wegfallen (Prozentangabe und absolute Zahlen)?

Aufgrund der fehlenden statistischen Werte sind dazu keine Angaben möglich. Bei der Modernisierungen von (privaten) Parkhäusern entfallen nach den Werten des ADAC mit Verbreiterung der Stellplätze auf 2,50 m bis zu 20 % der Parkstände. Durch die im Straßenraum verschiedenartigen Parkierungsformen dürfte der Anteil hier geringer sein.

Link ins AllRIS:
Anfrage VI-F-06742VI-F-08041
Antwort der Stadtverwaltung

Ute Elisabeth 'Lily' Gabelmann ist seit 2009 Piratin, alleinerziehende Mutter eines Zirkuskaters, überzeugte LVB-Nutzerin, bruncht gern im 100Wasser und zieht die Adoption der Ozelot-Familie im Zoo in Erwägung. Sie liebt Blek Le Rats “Madonna mit Kind” an der KarLi und kennt die tollste Autorin sowie die beste Eisdiele der Stadt. Sie ist Ratsherrin in einer der schönsten Städte Deutschlands, arbeitet mit einem Team cooler Leute zusammen und war auch mal politische Geschäftsführerin der Bundespartei.

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