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Stadträtin der Piraten fragt:

Sind „Fotze“ und „Schlitze“ bei der LVB normale Bezeichnungen für weibliche Verkehrsteilnehmer?

Bild von David Mark auf Pixabay

Die Stadträtin der Piratenpartei, Ute Elisabeth Gabelmann, wurde gestern Zeugin einer Szene im öffentlichen Nahverkehr, welche ein katastrophales Licht auf den Umgang unter Kollegen im Betrieb und als Verkehrsteilnehmer wirft.

Gabelmann berichtet:

„Ich saß in der Linie 11, die am Hauptbahnhof in Richtung Südvorstadt fuhr. Am Bahnhof wollte eine Radfahrerin noch die Gleise queren und achtete offenbar nicht auf die schon anfahrende Bahn, die lediglich leicht bremsen mußte. Daraufhin brüllte ihr der Fahrer lautstark „Du Fotze!“ hinterher. Der schon für den Fahrerwechsel bereitstehende Kollege schrie: „Ja! Blöde Schlitze ey!“.“

Da eine solche Ausdrucksweise weit über einen ärgerlichen Ausruf in einer brenzligen Straßenverkehrssituation hinausgeht, stellen sich hier auch Fragen nach dem Umgang mit anderen Straßenverkehrsteilnehmern, dem Betriebsklima und vor allem der Haltung zu Frauen, welche ja auch bei der LVB gleichberechtigte Mitarbeiterinnen sind.

Dazu Gabelmann:

„Nach diesem Vorfall sehe ich es als unklar an, ob der Eigenbetrieb LVB und dessen Mitarbeiter zu den Werten stehen, welche die Stadt Leipzig und damit auch ihre Tochterunternehmen verkörpern. Ich verstehe, daß in Zeiten der Personalnot vielleicht schnell eingestellt und erst später nachgeschult wird, setze aber dennoch bei allen – auch neuen – Mitarbeitern Grundformen des menschlichen Miteinanders voraus.“

Stadträtin Gabelmann wird nun das Gespräch mit Personalleitung und Betriebsrat der LVB suchen. Sie ruft auch Kunden der LVB, die ähnliche Vorfälle beobachtet haben, dazu auf, ihr diese mitzuteilen.

Ute Elisabeth 'Lily' Gabelmann ist seit 2009 Piratin, alleinerziehende Mutter eines Zirkuskaters, überzeugte LVB-Nutzerin, bruncht gern im 100Wasser und zieht die Adoption der Ozelot-Familie im Zoo in Erwägung. Sie liebt Blek Le Rats “Madonna mit Kind” an der KarLi und kennt die tollste Autorin sowie die beste Eisdiele der Stadt. Sie ist Ratsherrin in einer der schönsten Städte Deutschlands, arbeitet mit einem Team cooler Leute zusammen und war auch mal politische Geschäftsführerin der Bundespartei.

6 Kommentare zu “Sind „Fotze“ und „Schlitze“ bei der LVB normale Bezeichnungen für weibliche Verkehrsteilnehmer?

  1. Dirk Fischer

    Was muss man sich alles von der Piratdnpartdi bieten lassen. Das ist viel schlimmer als ein paar eklige Schimpfwörter. Auch Radfahrer beschimpfen einen mit Arschloch. Na und?

    • Hallo Herr Fischer,

      zwei Fragen:
      1. Was mußten Sie sich denn bisher alles von meiner Partei bieten lassen?
      2. Warum haben die beiden Fahrer der Radfahrerin nicht einfach „Arschloch“ hinterhergebrüllt? Das ist ja ziemlich geschlechtsneutral.

      Beste Grüße
      Ute Elisabeth Gabelmann

  2. Holger Zupp

    Guten Tag,
    Hätten Sie sich auch beschwert, wenn
    ein männlicher Fahrradfahrer die 11 zum
    Bremsen veranlasst hätte und der Fahrer so reagiert hätte ?
    Statt als Stadträtin sich für die LVB stark zu machen, unterstützen Sie noch die Radfahrer.
    Machen Sie so weiter. dann haben wir bald keine Mitarbeiter für die Bahn
    in Leipzig.
    Beleidigungen der LVB-Personals täglich wäre übrigens eher ein Thema,
    nur mal nebenbei bemerkt.
    Bitte mehr darauf konzentrieren im
    Stadtrat.
    Holger Zupp

    • Hallo Herr Zupp,
      selbstverständlich hätte ich das, hätten die (weiblichen oder männlichen) Fahrer den männlichen Radfahrer mit geschlechtsspezifischen Beschimpfungen beleidigt.

      Übrigens: eben weil ich mich sehr für die LVB stark mache (wenn Sie meine Arbeit verfolgen, wissen Sie das sicher), bin ich umso besorgter, wenn solche einzelnen Ausfälle das Bild der LVB in den Dreck ziehen. Ich bin bei der LVB seit zwanzig Jahren Kunde und halte diese für ein wichtiges städtisches Unternehmen. Umso mehr ist mir daran gelegen, daß es gut funktioniert und die Leute (sowohl Kunden als auch Mitarbeiter) sich dort wohlfühlen.

      Herzlich
      Ute Elisabeth Gabelmann

  3. Carsten Knobbe

    SIE sollten sich nachschulen lassen für Ihre ausgeübte Tätigkeit als Stadträtin. Den hier heißt es klar, Dinge zu VERBESSERN und nicht einseitig herumzuhacken und geschlechtsneutral zu AGIEREN und sich qualifiziert zu äußern. Das erkennt man nicht und die Stadt Leipzig hat gewiss genug Baustellen, wo Sie schon mal üben können Frau Stadträtin. Suchen Sie einen fairen Dialog und ermitteln Sie Ursachen sowohl für das Verhalten der Radfahrerin wie auch die Äußerungen der LVB Mitarbeiter. Und – setzen Sie sich auch mal mit dem Alltag der LVB-Fahrer – gleich ob Bus oder Bahn auseinander. Dann nochmal tief durchatmen und seine eigene einseitige und in keiner Weise Leipzigs vorbildliche und positiv orientierte Stadtratspolitik durch Sie selbst neu überdenken und korrigieren. Beste Grüße

    • Hallo Herr Knobbe,
      ganz Ihrer Ansicht, daß es darum geht, Dinge zu verbessern und eben geschlechtsneutral zu agieren! Es freut mich, daß wir da auf einem Nenner sind. Gerade deswegen habe ich die eindeutig diskriminierende Art und Weise kritisiert, wie hier eben seitens einiger Mitarbeiter der LVB nicht geschlechtsneutral agiert wird (z.B. mit Schimpfwörtern wie „Idiot“ oder „Spinner“, meinetwegen auch „Arschloch“) sondern direkt auf das Geschlecht der Radfahrerin gezielt wurde.

      Da Sie für eine Dialog mit der Radfahrerin plädieren, würe ich mich freuen, wenn Sie da den Kontakt herstellen würde. Leider saß ich in einer fahrenden Straßenbahn, so daß es mir nicht möglich war, deren Kontaktdaten zu erfragen. Der Dialog mit den LVB ist in vollem Gange und ich bin zuversichtlich, daß wir diesen Vorfall zum Anlaß nehmen können, eine der ganz großen Baustellen der Stadt Leipzig und ihrer Tochterunternehmen – nämlich die Personalpolitik – zumindest ein stückweit zu bearbeiten.
      Da Sie meine Arbeit verfolgen, wissen Sie sicher, daß ich mich sehr für die LVB stark mache. Daher bin ich umso besorgter, wenn solche einzelnen Ausfälle das Bild der LVB in den Dreck ziehen. Ich bin bei der LVB seit zwanzig Jahren Kunde und halte diese für ein wichtiges städtisches Unternehmen. Umso mehr ist mir daran gelegen, daß es gut funktioniert und die Leute (sowohl Kunden als auch Mitarbeiter) sich dort wohlfühlen.

      Ich freue mich, wenn Sie sich auch künftig tatkräftig in die Stadtpolitik mit einbringen und freue mich auf ein gemeinsames Gespräch mit Ihnen!

      Mit herzlichen Grüßen
      Ute Elisabeth Gabelmann

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