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Liebes Leipzig,

kennengelernt haben wir uns vor fast zwanzig Jahren, als Du grad eine sehr schwere Zeit durchgemacht hast und für mich eine aufregende Zeit begann. Es war nicht Liebe auf den ersten Blick, aber schon nach kurzer Zeit war mir damals klar: das mit uns beiden, das ist nicht nur so eine kurze Sache, das bleibt für länger.

Nun haben wir in all den Jahren soviel durchgemacht, Schönes erlebt, miteinander und manchmal auch gegeneinander gekämpft, hoffnungsvolle Momente geteilt, daß ich fühle, es ist Zeit für den nächsten Schritt.

Leipzig, Du bist mit Abstand eine der schönsten Städte Deutschlands. Ich hab mein Herz an Dich verloren und seit wir miteinander leben, habe ich all meine Kraft in Dein Wohl gestellt. Das will ich jetzt endlich auch offiziell machen.

Leipzig, Du hast Charakterzüge an Dir, die sonst niemand hat. Die sind leider, weil man Dich nicht liebevoll behandelt hat, in den letzten Jahren etwas verloren gegangen. Ich möchte für Dich da sein und Dir dabei helfen, wieder zu Deinem Ich zu finden, unverwechselbar zu werden, einzigartig zu bleiben, Dich nicht zu verbiegen.

Leipzig, Du hast jemanden verdient, der sich ganz Dir widmen kann, nicht nur mit halber Kraft oder aus oberflächlichen Gründen. Der Dich auch dann noch liebt, wenn die Tage dunkel werden und der Weg steinig.

Leipzig, Du bist mehr als nur „das neue Berlin“. Du bist das neue Leipzig. Und das alte Leipzig. Die Gefühle für Dich sind stetig gewachsen, Du bist die stadtgewordene Liebe meines Lebens und um es kurz zu machen: ich will Deine Oberbürgermeisterin werden <3


Deine Piratenlily

Und nun nochmal in Plaintext:

Liebe Leipziger,

ein fast „Superwahljahr“ liegt hinter uns. Während die meisten noch verschnaufen, habe ich mir Gedanken gemacht, was die Wahlergebnisse auch für Leipzig bedeuten und wie es in Zukunft in dieser Stadt weitergehen kann.

Ich bewerbe mich daher für das Amt der Oberbürgermeisterin von Leipzig.

Warum will ich das?

Eines vorweg: die Zukunft wird spannend, aber sicher nicht einfach.

Kommunalpolitik ist in den letzten Jahren komplizierter geworden. Es wird nicht mehr zugehört, es wird viel geschimpft, Menschen ziehen sich zurück, weil sie nicht gehört werden oder massiv bedroht. Das schadet letztlich uns, unserer Stadt und unserem Land.

In Leipzig haben wir eine lange bürgerschaftliche, basisdemokratische und meinungsfreiheitliche Tradition. Was wir brauchen, ist eine starke Stimme für unsere Stadt, für Leipzig. Was wir brauchen, ist wieder eine politische Mitte zwischen den Extremen.

Wir brauchen Ehrlichsein, Zuhören, Vermitteln, aber an den richtigen Stellen auch ein offenes Wort, eine klare Aussage. Wir brauchen präzise Standpunkte, eine unabhängige Politik, aber auch einen deutlichen Brückenbau, damit die Unversöhnlichkeit uns nicht weiter spaltet.

Was kann ich einbringen?

Ich bin unbequem. Ich kann in den richtigen Momenten locker lassen oder durchgreifen. Wer meine bisherige Stadtratsarbeit verfolgt hat, weiß, daß ich unangenehme Fragen stelle, nachbohre und den Dingen auf den Grund gehe. Ich lasse mich nicht vertrösten, abspeisen oder hinhalten. Diese Fähigkeit wird mir bei der Analyse der Probleme und der Chancen unserer Stadt nützlich sein.

Ich bin ehrlich. Ich scheue nicht davor, beobachtete Fakten auszusprechen, Mißstände aufzudecken und klar zu sagen, was geht und was nicht geht. Die Menschen verdienen Ehrlichkeit, auch wenn diese vielleicht im ersten Moment schmerzhaft ist. Nur wer Bescheid weiß, kann politische Entscheidungen nachvollziehen und ist dann selber in der Lage, für sich Schlüsse zu ziehen und Folge-Entscheidungen zu treffen.

Ich bin Leipzigerin. Ich bin aus dem Osten und nicht hergekommen, um Karriere zu machen oder mein Glück zu versuchen. Ich kann aus eigenen Erfahrungen schöpfen und nachvollziehen, welche Hindernisse den Menschen hier seit der Wende begegnet sind. Diese Augenhöhe ist wertvoll, um ins Gespräch zu kommen und vor allem den Dialog dann auch nicht abreißen zu lassen.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Skizze eines Arbeitsprogramms sowie weitere Infos werden nach und nach auf dieser Website erscheinen, ebenso wie die Termine, wo man mich treffen kann. Wenn ihr etwas vermißt oder schon jetzt Fragen loswerden wollt, nutzt doch gern die Kommentare 🙂

Ich hoffe, daß mich insbesondere die Piraten Leipzig und Sachsen auch weiterhin so unterstützen werden wie bisher und freue mich über jegliche weitere Hilfe sehr. Wir werden jede Hand brauchen – vor der Wahl und erst recht danach. Also: meldet euch!

Es wird viel Arbeit geben, aber ich werde mich nicht scheuen, diese für Leipzig auch zu leisten.

Herzlich
eure Lily

Über

Ute Elisabeth 'Lily' Gabelmann ist Stadtpolitikerin aus Leidenschaft. Sie war Ratsherrin in einer der schönsten Städte Deutschlands, arbeitet mit einem kompetenten Team kreativer Leute zusammen, ist seit 2009 Piratin und war in dieser Eigenschaft auch mal politische Geschäftsführerin der Bundespartei. Sie ist alleinerziehende Mutter eines Zirkuskaters, überzeugte LVB-Nutzerin, bruncht gern im 100Wasser und zieht die Adoption der Ozelot-Familie im Zoo in Erwägung. Sie liebt Blek Le Rats “Madonna mit Kind” an der KarLi und kennt die tollste Autorin sowie die beste Eisdiele der Stadt.

4 Kommentare zu “Leipziger Freiheit

  1. Arrogant, verlogen, beleidigend, selbstverliebt mit einem Wort: Unwählbar!

  2. Leipzig ist tolerant und verzeiht dir.

  3. Würde mich tierisch freuen, wenn Du OB meiner Heimatstadt wirst! Ich darf leider nicht in L.E. wählen, ich wohn ja nicht mehr da. Aber ich werde Dich wahlberechtigten Freunden empfehlen. Viel Erfolg!

  4. Aloha Lily
    Wunderbar! Meine Unterstützung hast du.
    Piratige Grüße aus meiner Cottbusser Walnußschale mit Warp Antrieb
    Susanne

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